Mit Qi Gong sich selbst und andere zu Ruhe und Gelassenheit führen

Wenn wir selbst den Quell von Ruhe und Gelassenheit gefunden haben, dann kommt oft das Bedürfnis und der Wunsch, diesen Schatz auch an andere weiterzugeben. In einem früheren Artikel haben Sie eine der vielen Quellen dieser Ruhe und Gelassenheit kennengelernt: Qi Gong. Was aber macht denn einen kompetenten und seriösen Lehrer aus? Kann wirklich jede und jeder diese Kunst an andere weitergeben, nur weil er oder sie diese selbst beherrscht? Und wo kann man heute lernen, Qi Gong auch kompetent zu lehren?

In den heutigen, sich schnell verändernden Zeiten kommt es vor allem darauf an, die eigenen Quellen der Ruhe und Gelassenheit zu finden. Wir können Herausforderungen nur begegnen, wenn wir wissen, wo wir auch in stressigen Momenten wieder auftanken können. Qi Gong, eine fernöstliche Methode, die bekannt ist für ihre langsamen, fließenden Körperübungen, ist dafür hervorragend geeignet und wurde bereits auf diesem Blog vorgestellt. Vielleicht haben Sie sich schon auf ihren eigenen Weg in die Tradition des Qi Gong gemacht und fühlen sich nun dazu berufen, dies auch an andere weiterzugeben.

Bellinda Touchal Javet, eine begeisterte Vertreterin dieser asiatischen Kunst, praktiziert nicht nur selbst gerne Qi Gong sondern gibt ihr Wissen und ihre Eindrücke dieser spannenden Reise auch seit langem an andere weiter. In den letzten 20 Jahren übte sie fast täglich und veranstaltet inzwischen bis zu fünfmal pro Woche je 90 Minuten-Lektionen für alle, die sich etwas Gutes tun möchten. Wie aber konnte Bellinda Qi Gong Lehrerin werden?

Der Weg der Praktizierenden zur Lehrenden

Wie viele andere, die sich auf den Weg machen, waren es auch bei Bellinda die Herausforderungen des Lebens, die sie zu Qi Gong führten. Nach ihrer zweiten Schwangerschaft hatte sie Rückbildungsprobleme und in späteren Jahren Wechseljahr-Beschwerden. Beides konnte sie mit Qi Gong enorm unterstützen und die gesundheitlichen Einschränkungen reduzieren. Besonders fasziniert war sie von der stark harmonisierenden Wirkung und der Einfachheit der Bewegungen. Ihre Qi Gong – Reise hatte begonnen.

Im Lauf der Jahre hat Bellinda dann diverse Lehrgänge an verschiedenen Schulen besucht und konnte – nach eigener Aussage – von vielen guten Lehrer*innen sehr vieles lernen. Um dem Berufsverband für Qi Gong- und Tai Chi Chuan Lehrer angeschlossen sein zu können, waren jeweils bestimmte Inhalte und Stunden gefordert. Dies beinhalten aktuell 360 Stunden für Kursleiterin, 540 für Lehrerin und 900 für Ausbildnerin. Sie hatte also sehr viel Zeit, ihre Erfahrungen und ihr Wissen zu vertiefen.

Heute bietet Bellinda neben ihren Kursen zur ganzheitlichen gesundheitlichen Selbstfürsorge auch die Diplom Ausbildung «Qi Gong Kursleiter» an. Was hat sie dazu bewogen diesen zu entwickeln und was findet sie selbst so besonders an Qi Gong?

Das Faszinierende an Qi Gong und der Weg zum eigenen Ausbildungsangebot

«Das geniale am Qi Gong finde ich, dass man es für sich selbst üben kann (im Unterschied zu Shiatsu oder anderen Therapien) und zwar wann immer man Zeit hat. Das kann morgens vor der Arbeit sein oder mittags oder irgendwann. Man braucht kein Material dazu, nur «sich selbst», etwas Motivation und einen ruhigen Platz, für Draussen oder Drinnen. Schon täglich fünfzehn Minuten üben machen einen Unterschied.» (Bellinda Touchal Javet)

Ihr Wissensdurst hat sie dazu bewogen einfach immer weiter zu forschen und zu experimentieren. Irgendwann sagte ihre innere Stimme: «Ich will das als Ausbildung anbieten und die Freude, die ich selbst habe, mit Menschen teilen und mein Wissen weitergeben.»

Der von ihr angebotene, modulartig aufgebaute Lehrgang «Qi Gong Kursleiter*in» richtet sich an Menschen, die sich gerne bewegen, Neues entdecken und etwas Gutes für sich tun möchten. Es sind keine speziellen Vorkenntnisse nötig, nur eine persönliche Eignung oder innere Haltung sowie grosse Motivation.

Der Aufbau des Lehrgangs

Die Kursleiter*innen Ausbildung ist in einzelne Module unterteilt. Das bedeutet, der Einstieg ist jederzeit möglich. Ein Modul oder Thema beinhaltet jeweils zwei Wochenenden. Das erste Wochenende ist dazu da, um die Form zu lernen und das zweite, um sie zu vertiefen. Im Sommer gibt es dann noch eine Intensivwoche.

Die Ausbildung besteht aus 70 Prozent praktischem Lernen und 30 Prozent Theorie. Dazu gibt es ein Grundlagenseminar in TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) sowie Anatomie, welche von einer Dozentin (komplementärmedizinisch ausgebildete Ärztin, Akupunkteurin und Qi Gongtherapeutin) unterrichtet werden. Ein grosser Bestandteil ist die Stärkung der ganzheitlichen Selbstwahrnehmung und die Wissensvermittlung der asiatischen Sichtweise.

Es werden sowohl sechs bewegte Formen als auch zwei stille unterrichtet. Atem- und Entspannungsübungen runden den Lehrgang ab.

Mit diesem Ausbildungsangebot möchte Bellinda unter anderem Menschen im Gesundheitswesen, Lehrer, Therapeuten, Künstler und Erwachsenenbildner ansprechen, die Qi Gong ergänzend zu ihrer Arbeit anwenden wollen.

Was ist das besondere an der Diplomausbildung bei Bellinda?

Das Besondere an ihrer Schule ist das Arbeiten mit der Zuwendung zum Herzen, was sich zum Beispiel durch eine kurze Meditation am Morgen ausdrückt. Aus Sicht der TCM ist das Herz der Sitz des Geistes, der Seele. Mit dieser Herangehensweise gibt es eine andere Ausrichtung beim Üben.

Die Würdigung des ‚Selbst‘ als spirituelle Mitte des Menschen ist dabei ebenfalls grundlegend. Dies eröffnet den Zugang zum unermesslichen Potential der Seele. Zusätzlich lässt Bellinda spielerisch ihre Kenntnisse über die Meridiane sowie über die Psychologie mit einfliessen, sodass die Teilnehmer*innen ganzheitlich für sich profitieren können.

Was genau erwartete die Teilnehmer*innen?

Qi Gong ist vor Allem Selbsterfahrung: Wie fühlt sich das für mich an, wenn ich innerlich ruhig bin? Oder wenn ich geerdet bin? Wie ist es, wenn ich zentriert bin? Wie kann ich mich in meinem Körper gut wahrnehmen? Wie empfinde ich, wenn ich voller Energie oder ausgeglichen bin? Für all das bietet die Ausbildung den Rahmen. Einen Rahmen, um sich zu entdecken, sich zu erfahren und miteinander zu lernen und auszutauschen.

Gelehrt werden zum Beispiel die «sechs Harmonien» im klassischen Qi Gong, die relativ einfach zu erlernen sind und sich hervorragend für den Anfang eignen. Die «Wandlungsphasen» wiederum beinhalten verschiedene Abläufe und sind etwas komplexer. Meist ist der Fokus auf einer Wandlungsphase z.B. der «Erde» (also dem Magen- und Milzmeridian und Organ). Da Qi Gong aber, wie gesagt, immer ganzheitlich wirkt, nähren diese Übungen alles, nicht nur die Wandlungsphase «Erde».

Ein weiterer Bestandteil der Ausbildung ist das «12 Organ Qi Gong». Normalerweise beinhaltet eine Form sechs bis acht Übungen. Diese Form allerdings enthält zwölf Übungen. Wie es der Name sagt, werden alle Organe und Meridiane energetisch aktiviert und harmonisiert.

Beim medizinischen Qi Gong wird mit den inneren Organen gearbeitet, wie mit dem Atem und der Lunge und gleichzeitig mit bestimmten Bildern, die die Gesundheit unterstützen. Diese Übungen wirken stark nach innen und können z. B. den Bauchraum massieren, wie bei der sitzenden Herzform.

Etwas spezielles ist die Form «Stehen wie ein Baum». Diese Übung ist eigentlich aus dem Yi Chuen (chinesische Kampfkunst, bei der man stark nach Innen geht). Sie hat sich aber über viele Jahre im Qi Gong etabliert und ist sehr einfach zu erlernen und besonders kraftvoll in der Wirkung. Es ist eine fantastische Übung, um den eigenen Körper besser wahrzunehmen, zur gedanklichen Fokussierung und zum Entspannen. So einfach sie klingt, so intensiv ist ihre Wirkung und so wichtig ist sie im Qi Gong.

Weitere Inhalte dieser spannenden Ausbildung sind die 7 Prinzipien des Qi Gongübens:

  1. Ruhe und Entspannung
  2. Ruhe und Bewegung
  3. Oben Leere, Unten Fülle
  4. Vorstellungskraft und Qi
  5. Angemessenheit
  6. Üben und Nähren
  7. Fortschreiten ohne Eile und Erwartung

Es gibt in dieser ganzheitlichen Ausbildung zwei Abschlüsse und Stufen, nämlich Qi Gong Kursleiter*in (dreijährige, berufsbegleitende Ausbildung) und die ab 2025 geplante Weiterbildung Dipl. Qi Gong Lehrer*in (zweijährige, berufsbegleitende Weiterbildung).

Die Ziele des Qi Gong

Die Ziele, wie sie Bellinda Touchal Javet für ihre Schule sehr klar definiert, sind:

  1. Erhaltung und Stärkung der Gesundheit.
  2. Prävention, Vorsorge bei Belastung & Stress (z. B. Burnout Provilaxe).
  3. Unterstützung der Genesung bei gesundheitlichen Themen, Rekonvaleszenz.
  4. Gleichgewicht von Aktivität und Ruhe.
  5. Gleichgewicht von Konzentration und Entspannung.

Wenn Sie Ihre schon begonnene Reise mit Qi Gong auf eine neue Stufe bringen und anderen Ihren Weg weitergeben möchten, dann lassen Sie sich von Bellindas Zielen inspirieren. Dringender denn je werden heute Menschen benötigt, die anderen helfen, wieder Balance in allen Lebensbereichen zu finden und zur Ruhe zu kommen. Und vielleicht werden dann bald auch Ihre Kursteilnehmerinnen so etwas über Sie sagen können wie diese Teilnehmer*innen über Bellinda:

« Bellinda ist eine ruhige und sehr erfahrene Kursleiterin. Es war fordernd, interessant und sehr angenehm sowie harmonisch…»

«Ich habe gelernt besser mit meinen Stärken und Schwächen umzugehen. Ich bin selbstsicherer geworden, was mich im Umgang mit meinen Mitmenschen unterstützt.»

«Etwas Feines hat in mir zu fliessen begonnen, es war sehr gut aufgebaut, ich habe mich in einer neuen Tiefe intensiv erfahren und konnte meine Mitte gut wahrnehmen.»

Ein chinesisches Sprichwort sagt: «Nur in einem ruhigen Teich spiegelt sich das Licht der Sterne». Diese innere Ruhe, die Sie durch Qi Gong erreichen können, ist die Voraussetzung für eine gesunde Selbstwahrnehmung, Genesung bei Krankheiten und den Umgang mit herausfordernden Momenten. Momente, denen jede und jeder von uns immer wieder im Leben gegenübertritt. Wenn nicht jetzt die Zeit dafür reif ist, diesen Schatz an andere weiterzugeben, wann dann?

Wer ist Bellinda Touchal Javet?

Bellinda Touchal Javet praktiziert und gibt ihr Qi Gong Wissen an Interessierte mit grosser Freude weiter; Sie übt für sich auch die ursprüngliche Kampfkunst Tai Chi Chuan. Vor ein paar Jahren führte sie eine eigene Frauen Karate Schule für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Irgendwann jedoch wurde ihr das zu hart und die geistigen und energetischen Aspekte fehlten ihr. Sie liess sich während vielen Jahren in transpersonaler Psychologie von Dr. Margret Rueffler ausbilden und fand im Anschluss zu Qi Gong und Tai Chi Chuan. Sie leitet aktuell ein eigenes Institut in Winterthur und bildet psychosoziale Berater*innen aus.

Bellinda ist SGQT anerkannte Ausbildnerin für Qi Gong Kursleiter*innen und Lehrer*innen und praktiziert Qi Gong täglich für sich und unterrichtet Menschen seit über 10 Jahren darin. Sie ist dem Berufsverband SGQT schweizerische Gesellschaft für Qigong und Taijiquan angeschlossen.

Als Komplementärtherapeutin für die japanische Massageform Shiatsu verfügt sie ausserdem über eine grosse Bandbreite an Kenntnissen und Erfahrungen in der ganzheitlichen fernöstlichen Gesundheitsvorsorge und Erhaltung.

Bellinda hat afroamerikanische Wurzeln und ist mit zwei Sprachen (Englisch, etwas Französisch), zwei Kulturen und mit viel geistiger Offenheit, Herzlichkeit und Toleranz aufgewachsen.

Alles was mit Ganzheit und Energie zu tun hat, begeisterte Bellinda bereits in jungen Jahren. Wenn man sie heute bei Ihren Kursen beobachtet, überträgt sich genau diese Begeisterung und Offenheit auch auf andere Menschen.